Glückstour der Schornsteinfeger


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Einschalige oder mehrschalige Schornsteine?

Es muss schnell ein Schornstein her, unkompliziert im Aufbau und billig soll er sein. Manch einer greift dann zu einem einschaligen Schornstein aus Leichtbetonsteinen. Damit sind bauliche Probleme vorprogrammiert.

Gefahr der Rissbildung

Rissbildung durch starke
Temperaturdifferenzen

An einschalige Schornsteine dürfen nur Regelfeuerstätten mit zulässigen Abgastemperaturen von maximal 400°C angeschlossen werden.

Übersteigt die Abgastemperatur, z.B. bei unsachgemäßer Handhabung des Wärmeerzeugers, den maximal zulässigen Wert,oder kommt es gar zu einem Rußbrand, können Spannungsrisse auftreten, die bis nach außen reichen.

Ein Verschließen der Risse mit Farbanstrich oder ein Auskratzen mit anschließendem Ausspachteln hilft nur vorübergehend. Nach kurzer Zeit zeigt sich der Riss an der gleichen Stelle wieder.

Einschaliger Schornstein

Bei einem einschaligen Schornstein ist der Mantelstein direkt durch hohe Temperaturdifferenzen und evtl. durch Korrosionsangriffe belastet.

Die Betriebstemperatur von 400°C darf auf keinen Fall überschritten werden.

Mehrschaliger Schornstein

Bei einem Schornstein mit Mantelstein, Wärmedämmung und Innenrohr ist der Mantelstein wenig belastet.

Das keramische Innenrohr hält sowohl hohe Temperaturen, als auch eine Taupunktunterschreitung jederzeit stand.

Der Mantelstein eines mehrschaligen Schornsteins ist nur geringen Temperaturdifferenzen ausgesetzt

Versottungsgefahr

Einschalige Schornsteine müssen so betrieben werden, dass die Innenwandtemperatur an der Mündung über dem Taupunkt der Verbrennungsgase liegt.
Das bedeutet, dass die Taupunkttemperatur des Abgases im gesamten Schornstein nicht unterschritten werden darf. Bei Unterschreitung der Taupunkttemperatur bildet sich Kondensat, das den Schornstein durchfeuchtet, genannt Versottung.

Des weiteren ist zu beachten, dass sich bei einer Unterschreitung des Säuretaupunktes Säuren bilden, die die Leichtbetonformstücke und die zementgebundenen Mauerfugen angreifen und schädigen.
Aus diesem Grund sollte der Schornstein im Freien und in nicht ausgebauten Dachräumen zusätzlich eine Außendämmung haben.

Selbst diese garantiert nicht, dass Wasserdampf- und Säuretaupunkt (im Regelfall unter 150 °C) nicht unterschritten werden.

Gefahr der Versottung
durch Taupunktunterschreitung
Rissbildung und Versottung
am einschaligen Schornstein
Quelle: Initiative Pro Schornstein